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Category: Essay

13 Feb

Radikal lebendig sein

Wenn ich überlege, welche Geschichten mich zeit meines Lebens am meisten berühren konnten, dann waren es wohl diejenigen, die von Menschen erzählen, die sich voll und ganz ihrer Kunst oder einer Idee verschrieben haben. Die auf Konventionen pfiffen und das taten, was ihnen unmöglich war, nicht zu tun. Die den Mut hatten, ihre eigene Sicht auf das Leben zu entwickeln. Frida Kahlo, Amanda Palmer, Lou Andreas Salomé, Marina Abramovic, Virginia Woolf, Simone de Beauvoir, Clara Immerwahr – um ein paar Beispiele herauszugreifen. Sie alle hatten etwas gemeinsam: Radikalität. Sie ließen sich auf die Möglichkeit ein, zu scheitern, aber sie taten es trotzdem. Sie glaubten an etwas, das ihr inneres Leuchtfeuer war, das sie anzog, magnetisch, wie die Motten das Licht. Da...
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14 Sep

Der Club der lebenden Dichterinnen

Künstlerinnen
Wer hat den „Club der toten Dichter“ gesehen, jenen wunderbaren Film, der mein Teenagerherz mit voller Wucht traf? Der unkonventionelle Lehrer Mr. Keating ermutigt die Schüler eines erzkonservativen Internats dazu, eigenständig zu denken. Manch einer mag den Film mit Robin Williams als gefühlsduselig bezeichnen, vielleicht nicht zu unrecht, aber das kümmert mich nicht. Wer sagt schon auf seinem Sterbebett: „Aber eins hätte ich gerne weniger getan: gefühlt.“? Natürlich ist der Titel dieses Blogposts angelehnt an diesen Film und deshalb nicht ganz wörtlich zu nehmen: Ich suche nicht nur nach Lyrikerinnen. Ich suche Frauen, die erschaffen und denken wollen. Denn nach dem Club der lebenden Dichterinnen, nach ihm sehne ich mich. Dreht sich bei vielen Frauen wirklich alles nur um Makeup, Mode und...
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22 Feb

Der Jugendwahn der Medien

Grundidee von thirtyplus ist es, dem Leben als Frau jenseits der 30 mehr inhaltliches Gewicht zu verleihen. Denn in der medialen und gesellschaftlichen Wahrnehmung unserer Breitengrade werden Frauen fast immer unter dem Aspekt ihrer Jugendlichkeit und Schönheit beurteilt. Es ist fast egal, was sie sagen, tun oder fordern: Immer wieder und viel zu oft scheint ihr attraktives Äußeres wichtiger zu sein, als ihre Ideen. Im Wesentlichen lassen sich hier drei Kriterien definieren, wie eine Frau zu sein hat, um wahrgenommen zu werden: jung, schlank und sexy. Und bitte auch ausschließlich in dieser Kombination, aber dazu später mehr. Die faltenfreie Stirn und straffe Haut sind Garanten für Aufmerksamkeit und Beachtung in der Gesellschaft. Für mich ist dieser Jugendwahn eine Form von Misogynie (aus dem Griechischen,...
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8 Feb

Das Geheimnis des Erfolgs

Erfolg und Geld. Diese Worte gehören zueinander wie Romeo und Julia,  PMS und Schokolade und Schwimmbäder und Chlorgeruch. Scheinbar jedenfalls. Erfolgreich sein, das ist die Losung der heutigen Welt. Irgendwie haben wir uns die Maxime unseres Wirtschaftssystems auch in unser eigenes Leben geholt: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Leider meinen wir damit allzu oft das auf unserem Konto, statt unser inneres. So oft lese ich in letzter Zeit Headlines dieser Art: Was erfolgreiche CEOs richtig machen. 10 Schritte, mit denen du dein Online-Business erfolgreich machst. Wie dieser und jener Mensch sich dieses und jenes Imperium aufbaute. Und natürlich wird dies KEIN Artikel, in dem ich mich dagegen ausspreche, dass Frauen Führungsverantwortung und Aufsichtsratsposten innehaben. Denn noch immer gibt es viel zu wenig davon und viel zu...
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4 Dez

Weiblich & ledig = mangelhaft?

Warum sind wir Frauen immer noch so versessen aufs Heiraten? Weil wir an Weihnachten zu oft „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ gesehen haben? Nüchtern betrachtet war die Hochzeit der verwaisten Tochter mit dem Prinzen mit Sicherheit zumindest wirtschaftlich ein echter Aufschwung. Sie erhebt sich vom Linsen-Auslesen im Schmutz der Bauernküche direkt auf den Thron. Aber dieser Aspekt rührt die Generationen von Frauen vor dem Fernseher nicht an. Sie träumen von dem schönen Kleid und der ewigen Liebe, sie wollen Prinzessin eines Prinzen sein. Viele junge Frauen halten sich für emanzipiert, glauben, wir hätten uns aus unserem Schattendasein gelöst und unseren Platz neben dem Mann eingenommen. Ich sehe das anders. Wir streben noch immer nach dem Platz an der Seite eines Mannes, aber nicht auf...
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