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Category: Feminismus

11 Mrz

Warum mich Schönwetterfeminismus wütend macht

Ich wollte keine bissigen Artikel mehr schreiben. Ganz fest hatte ich mir das vorgenommen. Ich wollte es bei einem positiven, bestärkendem Tonfall belassen, weil ich müde war. Müde der Diskussionen mit Frauen, die mir erklären wollten, dass sie sich vom Feminismus bestimmt nicht ihren Lippenstift abschwatzen lassen würden – was niemand verlangt hat. So unendlich müde davon, Frauenrechte gegenüber Frauen verteidigen zu müssen. Aber heute bin ich wütend. Und es muss raus. Feminismus ist nicht bequem, auch für mich nicht und vermutlich werde ich auch für diesen Artikel wieder hübsche Breitseiten kassieren. Das ist okay. Das muss ich aushalten. Das Ziel ist es mir einfach wert. Den Stein ins Rollen brachte diese Grafik, die ich auf Facebook postete, gesäumt von den...
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9 Mrz

Eine review – hält das F Mag, was es verspricht?

F Mag
Brigitte bekommt eine kleine Schwester. Das F Mag. F wie Feminismus. Können die das? Oder ist das wie Ikea und H&M, die neben ihrem billig produziertem Konsumramsch plötzlich in Form von Alibi-Line-Extensions ihre nachhaltige Ader entdecken? Kann ein neues Familienmitglied sich vom Dauerbrenner Brigitte-Diät und vom ewig gleichen Mode-Schminke-Kochrezepte-Kanon lösen? Fangen wir von vorne an. Wie das Heft den Weg zu mir aufs Sofa fand, das ist nämlich schon eine kleine Geschichte wert. Guter Dinge betrat ich den Zeitschriftenladen meines Vertrauens in einem beschaulichen Vorort von Wiesbaden – und fragte nach dem neu erschienenen F Mag. Sagte der Inhabern spontan: Nichts. Nicht weiter schlimm, ein paar Smartphone-Klicks später halte ich ihr ein Bild des Covers entgegen. Wiedererkennendes Augenaufflackern. „Ahhh, das liegt hinten auf dem...
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3 Dez

Schon mal aus Höflichkeit geküsst?

küssen aus Höflichkeit
*Triggerwarnung* Lese-Hinweis: Es geht in diesem Text nicht um Menschen, die missbrauchen. Es geht auch nicht um Victim-Blaming. Wer Nein sagt, muss gehört werden. Aber zwischen einvernehmlichem Sex und sexuellen Übergriffen scheint es noch ein anderes Feld zu geben. Das der Frauen, die aus Höflichkeit etwas tun, dass sie eigentlich nicht tun wollen. Die das aber in keinster Weise zum Ausdruck bringen. Aus Angst, unhöflich zu sein. Um dieses Phänomen geht es hier. Denn sie sind kein Opfer eines Gegenübers, das eine Weigerung nicht akzeptiert. Es gibt in diesen Fällen keinerlei sichtbare Weigerung. Die Frauen, von denen ich schreibe, sind vielmehr Opfer ihres eigenen Wunsches nach Harmonie, ihrer Angst vor Konflikten und einem aus der Bahn geratenen Gefühl, höflich sein zu...
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14 Sep

Der Club der lebenden Dichterinnen

Künstlerinnen
Wer hat den „Club der toten Dichter“ gesehen, jenen wunderbaren Film, der mein Teenagerherz mit voller Wucht traf? Der unkonventionelle Lehrer Mr. Keating ermutigt die Schüler eines erzkonservativen Internats dazu, eigenständig zu denken. Manch einer mag den Film mit Robin Williams als gefühlsduselig bezeichnen, vielleicht nicht zu unrecht, aber das kümmert mich nicht. Wer sagt schon auf seinem Sterbebett: „Aber eins hätte ich gerne weniger getan: gefühlt.“? Natürlich ist der Titel dieses Blogposts angelehnt an diesen Film und deshalb nicht ganz wörtlich zu nehmen: Ich suche nicht nur nach Lyrikerinnen. Ich suche Frauen, die erschaffen und denken wollen. Denn nach dem Club der lebenden Dichterinnen, nach ihm sehne ich mich. Dreht sich bei vielen Frauen wirklich alles nur um Makeup, Mode und...
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6 Jun

Liebe und Sexualität im Alter

Sexualität im Alter
Unsere Großeltern, die sitzen maximal noch auf der Parkbank zusammen. Aber Sex? Für Kinder und Enkel oft unvorstellbar. Und das kommt nicht von ungefähr. Lust, Sinnlichkeit, Liebe – jenseits der 60 findet dieses Thema gesellschaftlich so gut wie nicht statt. Die Stigmatisierung älterer Menschen und der ewige Jugendkult, über den ich neulich bereits geschrieben habe, lassen Falten, schütteres Haar und Altersflecken aus den Medien verschwinden, sie werden den Zuschauern nicht zugemutet, sie sollen verborgen bleiben, denn Lust und Alter, das haben Medien und Gesellschaft erschreckender Weise ziemlich erfolgreich entkoppelt. Umso begeisterter war ich deshalb von der Dokumentation „Jetzt mal ehrlich – Lust, Oma und Opa?“ im Bayerischen Fernsehen, die das Thema Sexualität im Alter aus der Tabuzone befreit. Darin kommt Inge Ritter...
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16 Apr

Du schuldest es niemandem, schön zu sein.

Wow. Ich renaturiere. Immer öfter bleibe ich tagsüber ungeschminkt. Ist das eine folgerichtige Nebenwirkung meiner Beschäftigung mit feministischen Themen? Führt die Lektüre von Simone de Beauvoir unweigerlich zum ungehemmten Wachstum von Körperhaaren und der Kündigung des Nagel-Studio-Abos? Und wenn ja – wäre das so schlimm? Dabei habe ich sie immer gemocht: Meinen Lippenstift, meine hohen Schuhe, meine Wimperntusche. So bizarre Formen wie bei manchen meiner Geschlechtsgenossinnen, die ohne Mascara nicht einmal den Weg zum örtlichen Bäcker wagen, hat es nie angenommen, trotzdem war die Ambition „mich hübsch zu machen“ für mich lange Zeit natürlicher Bestandteil meines Daseins als Frau. Ich habe es nie in Frage gestellt. Als Studentin habe ich geschmunzelt über die „Hardcore-Feministinnen“, die in den 68-igern ihre BHs verbrannten. Was ich...
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22 Feb

Der Jugendwahn der Medien

Grundidee von thirtyplus ist es, dem Leben als Frau jenseits der 30 mehr inhaltliches Gewicht zu verleihen. Denn in der medialen und gesellschaftlichen Wahrnehmung unserer Breitengrade werden Frauen fast immer unter dem Aspekt ihrer Jugendlichkeit und Schönheit beurteilt. Es ist fast egal, was sie sagen, tun oder fordern: Immer wieder und viel zu oft scheint ihr attraktives Äußeres wichtiger zu sein, als ihre Ideen. Im Wesentlichen lassen sich hier drei Kriterien definieren, wie eine Frau zu sein hat, um wahrgenommen zu werden: jung, schlank und sexy. Und bitte auch ausschließlich in dieser Kombination, aber dazu später mehr. Die faltenfreie Stirn und straffe Haut sind Garanten für Aufmerksamkeit und Beachtung in der Gesellschaft. Für mich ist dieser Jugendwahn eine Form von Misogynie (aus dem Griechischen,...
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7 Feb

Auf die FIELFALT!

Vergangenen Freitag durfte ich Teil des ersten Femsembles-Abend in Berlin Mitte sein. Die Femsemble-Events, das sind Netzwerk-Treffen von FIELFALT, einem shared Blogazine und einer Community, deren Mission es ist, Frauen zu inspirieren und zu ermutigen aus ihrer Komfortzone auszubrechen. Und wo Frauen-Empowerment draufsteht, da muss ich natürlich vorbeischauen! Bei der Premiere dieses Formats kamen Frauen zusammen, um sich auszutauschen, dem Vortrag von Karin Heinzl, Gründerin von MentorMe zu lauschen und sich gegenseitig zu bestärken, zu unterstützen und neue Kontakte zu knüpfen. Ich war besonders begeistert von der warmen und offene Atmosphäre. In den vier Jahren meiner Selbstständigkeit als Grafikerin habe ich schon verschiedenste Formen von Netzwerk-Events besucht und weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Ähnlich wie bei meinem ersten Salon Mondaine im letzten Jahr...
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4 Dez

Weiblich & ledig = mangelhaft?

Warum sind wir Frauen immer noch so versessen aufs Heiraten? Weil wir an Weihnachten zu oft „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ gesehen haben? Nüchtern betrachtet war die Hochzeit der verwaisten Tochter mit dem Prinzen mit Sicherheit zumindest wirtschaftlich ein echter Aufschwung. Sie erhebt sich vom Linsen-Auslesen im Schmutz der Bauernküche direkt auf den Thron. Aber dieser Aspekt rührt die Generationen von Frauen vor dem Fernseher nicht an. Sie träumen von dem schönen Kleid und der ewigen Liebe, sie wollen Prinzessin eines Prinzen sein. Viele junge Frauen halten sich für emanzipiert, glauben, wir hätten uns aus unserem Schattendasein gelöst und unseren Platz neben dem Mann eingenommen. Ich sehe das anders. Wir streben noch immer nach dem Platz an der Seite eines Mannes, aber nicht auf...
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16 Aug

Emanzipation erfolgreich?

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich habe das Gefühl, wir Frauen sind im Laufe der Emanzipation ganz schön in Stress geraten. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich liebe die Emanzipation, ich möchte nicht eine Sekunde zurückdrehen, Punkt, Ende, Aus. Ich halte sie noch lange nicht für beendet und Nein, das bedeutet nicht, dass ich meinen BH verbrenne und auf Männer schimpfe. Es bedeutet einfach, dass ich FÜR Frauen bin. Weil ich sie wunderbar finde. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass mit dem wachsenden Anspruch ans Berufsleben viele Frauen in ein Dilemma geraten sind. Bis 1977 sah es übrigens das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass der Ehemann es seiner Frau erlauben musste, wenn sie berufstätig sein wollte. Noch in...
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