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22 Feb

Der Jugendwahn der Medien

Grundidee von thirtyplus ist es, dem Leben als Frau jenseits der 30 mehr inhaltliches Gewicht zu verleihen. Denn in der medialen und gesellschaftlichen Wahrnehmung unserer Breitengrade werden Frauen fast immer unter dem Aspekt ihrer Jugendlichkeit und Schönheit beurteilt. Es ist fast egal, was sie sagen, tun oder fordern: Immer wieder und viel zu oft scheint ihr attraktives Äußeres wichtiger zu sein, als ihre Ideen. Im Wesentlichen lassen sich hier drei Kriterien definieren, wie eine Frau zu sein hat, um wahrgenommen zu werden: jung, schlank und sexy. Und bitte auch ausschließlich in dieser Kombination, aber dazu später mehr.

Die faltenfreie Stirn und straffe Haut sind Garanten für Aufmerksamkeit und Beachtung in der Gesellschaft. Für mich ist dieser Jugendwahn eine Form von Misogynie (aus dem Griechischen, Abneigung/ Haß gegenüber Frauen). Während Männer in Frieden altern dürfen, ohne dass dies ihren gesellschaftlichen Status ernsthaft gefährdet, haben Frauen ein „Verfallsdatum“. Für Schauspielerinnen jenseits der 35 werden die interessanten Rollenangebote rar, wer die abgebildeten Frauen auf den Magazintiteln am Kiosk betrachtet, könnte meinen, die Welt bestünde aus jungen, schlanken Blondinen. Die Vielfalt des weiblichen Lebens in all seinen Altersstufen wird nicht im mindesten abgebildet, in Werbung, Film und Presse.

Diesen Missstand prangert Jon Stewart, der Moderator der satirischen Nachrichtensendung „The Daily Show“, anhand eines außergewöhnlichen Beispiels an: Die Reaktion der Medien auf das Cover des Vanity Fair Magazins mit Caitlyn Jenner.

https://twitter.com/VanityFair/status/605406096824647681/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

Quelle: Vanity Fair Magazin, Twitter

Zum Hintergrund: Caitlyn Jenner, die 1949 als Bruce Jenner geboren wurde und als Sport- und TV-Persönlichkeit bekannt wurde, bekannte sich 2015 zu ihrer Transsexualität und präsentierte der Welt auf dem Magazintitel der Vanity Fair ihren neuen Namen und ihre neue Identität als Frau. Unter dem Aspekt der medialen Wahrnehmung von Männern und Frauen ist dieser Fall besonders interessant:

Stewart belegt anhand von Video-Sequenzen aus amerikanischen Sendungen, die dieses Thema aufgegriffen haben, dass die Berichterstattung diesen Meilenstein für die Transgender-Community allenfalls flüchtig streifte und sich sofort der Frage widmete, inwiefern Caitlyns neues weibliches Ich den Attraktivitäts-Standarts der Gesellschaft entspreche. Wurde früher über Bruce Jenners berufliche Erfolge als Sportler oder Schauspieler berichtet, dominiere bei der Berichterstattung über Caitlyn Jenner nun nur noch ein Thema: Ihr Äußeres. Kern-Aussage der meisten Berichte zur Cover-Enthüllung des Magazins sei die Feststellung gewesen, wie „hot“ und „sexy“ Caitlyns neues Ich sei. Außerdem werde unweigerlich auch das Alter von Caitlyn plötzlich zum Mittelpunkt des Interesses. „Für ihr Alter“ sei sie sehr attraktiv, was laut Stewart unmittelbar impliziere, dass nun, da sie sich zu einem Leben als Frau in der amerikanischen Öffentlichkeit entschlossen habe, die mediale Aufmerksamkeit ein ganz klares Ablaufdatum habe. Dieses währe nämlich genau so lange, wie sie als „heiß genug“ gelte. Danach, so Stewart, verschwinde sie von den Bildschirmen und werde für die Medien und damit auch die Gesellschaft unsichtbar. Er beschließt seine großartige und potinierte Analyse mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch, Caitlyn und Willkommen als Frau in der amerikanischen Gesellschaft!“

Und er hat recht! In allen Punkten! Leider! Die Werbeindustrie weiß: Produkte verkaufen sich am besten über attraktive Frauen. Aber BITTE nur junge Frauen. Denn von weiblicher Sexualität im Alter fühlt man sich bedroht. Oder wie sonst erklären sich die unsägliche Reaktionen auf die Screen Actor’s Guild Awards, die sich maßgeblich um den tiefen Ausschnitt von Susan Sarandon drehte?

Quelle: Twitter Account von Susan Sarandon

In diesem großartigen (englischsprachigen) Artikel zum Thema legt Autorin Harriet Hall die verlogene Doppelmoral und Boshaftigkeit der gesellschaftlichen Meinung gnadenlos offen: Brüste sind nur bis zu einem gewissen Alter akzeptabel. Soll frau sie vorher noch zu jeder sich bietenden Gelegenheit in die Kamera halten, hat sie sie nach Überschreiten der Altersgrenze gewissenhaft zu bedecken.

Aber warum ist das so? Zugrunde liegen könnte eine der tiefsten menschlichen Urängste  – die Angst vor dem Tod. Zu dieser Einsicht kam ich bei der Lektüre von Simone de Beauvoirs Klassiker „das andere Geschlecht“, einer sozialgeschichtlichen und philosophischen Betrachtung über die gesellschaftliche Rolle der Frau. Darin schreibt sie: „Die Frau „muss das wunderbare Erblühen des Lebens verkörpern (…). Es wird also vor allem Jugend und Gesundheit von ihr verlangt, denn der Mann kann sich an der Umarmung von etwas Lebendigem nur erfreuen, wenn er dabei vergißt, dass allem Leben der Tod innewohnt. (…) Am Körper der Frau verspürt der Mann empfindlich den Niedergang des Fleisches. Die alte, die hässliche Frau sind nicht nur reizlose Objekte, sondern erwecken einen mit Angst gemischten Haß.“ Und weiter heißt es: „ In ihr kehrt die beunruhigende Gestalt der Mutter wieder, während die Reize der Ehefrau dahingeschwunden sind: (…) Vom Tag seiner Geburt an beginnt der Mensch zu sterben: Das ist die Wahrheit, die seine Mutter verkörpert“.

Ist da etwas dran? Wenn wir einen Blick auf die vielen Männer werfen, die sich in fortgeschrittenem Alter junge Frauen an die Seite stellen, dann lässt ein Zusammenhang nicht leugnen. In der sehenswerten und sehr nachdenklich machenden Dokumentation aus der 37 Grad-Reihe mit dem Titel „ Sugardaddy – suche Jugend, biete Geld“ sagt ein 61-jähriger Protagonist: „ Bei der ganzen Suggardaddy-Geschichte spielt natürlich der Begriff der Jugend eine zentrale Rolle. Das wäre jetzt die Frage, was Jugend für mich bedeutet oder was sie beinhaltet. Sie beinhaltet natürlich eine Angst vor dem Alter und den vergeblichen Versuch, sich Jugend zu erkaufen.“

Dies nur als ein erster Ansatzpunkt, gerne würde ich mich in meinem Studium der Gender Studies ab dem kommenden Wintersemester damit beschäftigen. Wie ist das Bild von älteren Frauen in Kulturen, in denen der Tod nicht so tabuisiert ist? Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Jugendwahn und der Tatsache, dass Tod und Sterben nicht Bestandteil unseres Lebens sind, sondern eine isolierte Stellung haben? Ist die mangelnde Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit eine Ursache für die Ablehnung älterer Frauen? Aber warum werden alternde Männer dann nicht in gleicher Weise betrachtet?

Und ich finde, es reicht nicht, auf den biologischen Hintergrund zu verweisen, demnach Jugend ein Zeichen von Fruchtbarkeit ist und wir deshalb das Bild der schlanken, jungen Grazie vor Augen haben, wenn wir an weibliche Sexualität denken. Wir sind nicht mehr rein instinktgetriebene Steinzeitmenschen, unsere Schönheitsideale sind immer auch Ergebnis unserer Sozialisation. Was die Gleichberechtigung von Frauen betrifft, hat sich in den vergangenen Jahren einiges gewandelt – wieso aber hat das nicht dazu beigetragen, die Attraktivitätsmerkmale neu zu definieren? Von der Frauenbewegung der 60er Jahre, die das Patricharchat in Frage stellte, bis hin zur vieldiskutierten Frauen-Quote ist die Auseinandersetzung über die Rollenverteilung von Mann und Frau in vollem Gang. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung wurde aber auch das Schönheitsideal rigider, die Hosenbünde immer enger und das Schönheitsideal niedlicher und jünger. Stevie Meriel Schmiedel, die Initiatorin und Vorstandsvorsitzende von pinkstinks, einer Kampagne gegen limitierende Geschlechterrollen für Jungen und Mädchen, sieht hier einen interessanten Zusammenhang. Sie antwortet in einem Interview mit der Neuen Westfälischen auf die Frage, woher der Schlankheitswahn der letzten Jahre komme: „ Das hat in den 60er Jahren begonnen. Seitdem sind Frauen in Filmen und auf Bildern immer dünner und zarter geworden. Wir glauben, dass es daran liegt, dass Frauen in dieser Zeit viel mehr Freiheiten bekommen haben: Sie durften selbst entscheiden, ob sie arbeiten gehen, und seit der Einführung der Pille auch, ob sie ein Kind bekommen möchten oder nicht. Diese Selbständigkeit hat die Gesellschaft verunsichert und sie hat darauf reagiert, indem sie ein Bild schafft, das sagt: „Frauen sind gar nicht so unabhängig, sie sind zart, schlank und jung, sie müssen beschützt werden.“

Somit könnte also die Kehrseite der Emanzipationsbewegung tatsächlich bedeuten, dass Frauen die zunehmende Stärkung ihrer gesellschaftlichen Freiheiten mit einer wachsenden Reglementierung ihres Äußeren bezahlen müssen. Umso wichtiger scheint es mir, das Leben der Frauen in all seinen Phasen immer und immer wieder zum Thema zu machen, so lange, bis es einen ebenbürtigen Platz neben dem der Männer einnimmt. Ich glaube, dass es ungeheuer notwendig ist, unseren Töchtern vorzuleben, dass das weibliche Leben nicht ab 30 vorbei ist. Dafür müssen wir ihnen zeigen, dass eine Frau nicht in erster Linie aus Körper und Gesicht besteht, sondern aus einem Gehirn, einer Seele und einem Herzen. Die alterslos sind und die in jedem Lebensabschnitt nicht weniger wert sind als die ihrer Brüder, Väter oder Kollegen. Auch nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

18 Comments
  • Julia

    Liebe Kea, das ist ein sehr interessantes Thema und ich bin gespannt, wie du dich diesem im Laufe deines Studiums annäherst. Auch wenn ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt habe wie du und normalerweise alles sehr entspannt sehe, merke ich doch immer mehr, wie ich der medialen Beautywelt, die ja fast ausschließlich den weiblichen Kosmos umfasst, Unverständnis entgegenbringe. Dies betrifft insbesondere die große Medien, aber auch die vielen jungen Mädchen und Frauen, die denen ihnen vorgelebten Idealen nacheifern und dies über die sozialen Netzwerke nach außen tragen und so unser mediales Bild einer idealen Frau noch einmal verstärken.

    Liebe Grüße,

    Julia

    Februar 22, 2016 at 8:25 am Antworten
  • Deborah

    Ah sooo wahr! danke für deinen Beitrag 🙂 !!! Ich glaube ehrlich gesagt sehr daran, dass dieses Bild des Älter-werden (von Frauen) die Menschen an das Älter/Alt (und somit irgendwann Geschichte) werden erinnert. Ich weiss, der Tod ist in dieser Gesellschaft genau so ein Tabuthema in der heutigen Zeit wie (offenbar) Susan’s Ausschnitt!Ich glaube diese Menschen schaffen sich die Illusion des nochmals -jung-seins, des noch immer wichtig-seins, des Attraktiv-seins mit einer neuen jungen Frau für den Mann oder in dem sie sich die älteren Frauen oft eben alles straffen lassen. Ich kenne so viele Frauen, die ein kaputtes Körpergefühl haben.

    Ich bin zum Beispiel in meinen 20ern Mama geworden 🙂 und mir sind dann echt schon Sprüche entgegen gekommen, wie du bist nur so schlank oder hast keine hängenden Brüste weil du so jung Mutter wurdest oder irgend so ein Quatsch 😀 ! Sie selber hätten es viel schlimmer und bla bla bla. Hey come on, mein Körper ist nicht mehr der selbe. Nicht mehr der selbe wie damals als ich 14 war und nicht mehr derselbe als ich 10 Jahre alt war. Alles ist im Wandel. Das einzige das uns unterscheidet ist meine Attitude dazu. Ich stehe zu mir. Ich hab 25 Kilos zu und wieder abgenommen. Und ich will mich immer gern haben und nicht nur wenn ich dem Bild der Medien entspreche (was ich ja eh nicht tue!:D)

    Die einzige günstige, nachhaltige und auch wirklich vollständige Lösung dieser Probleme ist Akzeptanz und Annahme! Wir sind gut so wie wir sind. Sehr gut sogar 🙂 ! Und ich hoffe das geht in den Kopf und ins Herz von jeder Frau und Fräulein da draussen!

    Februar 22, 2016 at 9:48 am Antworten
      • Deborah

        Zauberwörter! So wahr 🙂 ! <3 Genau das hast du traumhaft formuliert.

        "So gesehen geht die Akzeptanz der eigenen körperlichen Veränderungen wohl mit der Akzeptanz des eigenen Todes einher – verliert der seine Dämonisierung, verlieren auch die Spuren des Alterungsprozesses ihren Schrecken. "

        werd ich wohl vielleicht auch nochmals aufgreifen und dann dich so zitieren 🙂 ! Danke und ganz liebe Grüsse zurück.

        Februar 22, 2016 at 7:51 pm Antworten
      • Deborah

        Und was ich noch sagen wollte – weshalb ich auf meinen Körper und diese Erfahrungen abgedriftet bin – diese Leute denken doch nur so, weil die Gesellschaft eben genau dieses Bild prägt. Perfekt sein, schlank sein, der Gesellschaft entsprechen.. Alles andere wird nicht akzeptiert. So viel Härte und so viel Druck. Da tun mir auch die jungen Ladies so leid.

        Februar 22, 2016 at 7:55 pm Antworten
  • Susanne Müller-Schunck

    Klasse geschrieben! Und das Thema ist von sehr grundsätzlicher Aktualität! Gut und wichtig, wenn Du Dich im Zuge des Studiums damit auseinandersetzen willst!
    Unsere Gesellschaft leidet meines Erachtens so deutlich an der Tabuisierung der Vergänglichkeit, des Sterbesn und des Todes und damit an einer Überhöhung eines scheinbaren Ideallebens, dass sie sich dabei den Blick auf das Hier und Jetzt gründlich verstellt. Es würde so vieles leichter und schöner, direkter und ehrlicher ablaufen, wenn für uns nicht immer der Wunsch nach Ewig-Sein (Hermann Hesses „einmal dauern“) im Vordergrund stünde.
    Das Ergebnis dieses Klammerns an die „Jugend“, die „Schönheit“, das „Fitsein“, das „Attraktivsein“ (alles für mich sehr realtive und keineswegs nur begehrenswerte Begriffe) ist dann eine Generation von Viel-zu-Alt-Werdenden, von Jugend- und Gesundheitswahnsinnigen….nein, da hast Du ganz recht, dass Dir das ein Dron im Auge ist, liebe Kea! Wahre Schönheit liegt im Wandel und in der Wandlungsfähigkeit und in unserem anteilnehmenden Blick auf das Alles-im-Fluss-sein.

    Februar 22, 2016 at 10:23 am Antworten
      • Deborah

        absurd und auch lächerlich. Sorry, da kann ich manchmal nicht einfach drüber schauen sondern denke mir manno, du wärst doch viel schöner wenn du dich einfach annehmen würdest – auch mit 50 plus – auch mit Falten 🙂 mir kommt das merkwürdig spooky alienmässig crazy daher wenn Alte aussehen wie Junge! 😀

        Februar 22, 2016 at 7:49 pm Antworten
  • Sabienes

    Ganz meine Meinung! Allerdings werden ältere Frauen auch nur dann akzeptiert, bzw. in den Medien wahrgenommen, wenn sie aussehen, wie Susan Sarandon oder Helen Mirren.
    Wahrscheinlich ist dies aber der generelle Sinn und Zweck der Medien, uns eine heile Welt vorzugaukeln in all ihrer Schönheit und Makellosigkeit.
    Aber auch wenn man so stehen lassen würde, bleibt da immernoch der Einfluss solcher Bilder auf die Gesellschaft. Und den halte ich für schädlich.
    LG
    Sabienes

    Februar 29, 2016 at 7:18 pm Antworten
  • Ruhrstyle

    Im Grunde kann ich mich hier nur allen anschließen und dem Alter davonlaufen kann man sowieso nicht. Ich möchte aber gern eine kleine Geschichte erzählen, welche vom letzten Spielplatztag stammt. Witzigerweise vom Klettergerüst 🙂 Ich war da also gerade mit den Kindern am rumhampeln als mir eine andere Mutter auffiel, die unglaublich schnell die Spitze erreicht hat. Sie hatte eine Wahnsinns Figur und ich musste einfach hinsehen. Ihr Gesicht passte allerdings garnicht zu diesem äußert tollen und agilen Körper. Als sie näher kam konnte ich besser erkennen, dass ihr Gesicht von tiefen, nein sehr tiefen Falten durchzogen war. Nun ja unsere Kinder verstanden sich und so kamen wir auch ins Gespräch. Wir holten uns einen Kaffee und fingen an über Gott und die Welt, Kinder und letztlich Jugend zu quatschen. Sie erzählte mir ziemlich unverdrossen, dass sie darüber nachdenkt ein Facelifting zu machen, dass ihr aber jeder dieses Ausreden möchte. Ich war hin und her gerissen, aber ich konnte sie verstehen. Sie war 36 und hatte ungelogen die Falten einer 70 oder 80jährigen Person. Mit Tränchen in den Augen erzählte sie mir, dass sie eine harte Jugend hatte ( Drogen und Alkohol) und das sie es Gott sei Dank geschafft hatte daraus zu kommen. Anschließend hat sie wohl sehr viel gearbeitet und als sie schwanger wurde hat ihr Mann sie verlassen für eine Jüngere. Man könnte sagen, dass man jede Sorge mehr als tief in ihrem Gesicht sehen konnte. Weiter erzählte sie, dass sie ihren Anblick nicht ertragen könnte und sehr darunter leidet wie eine alte Frau auszusehen. Sie tat mir so furchtbar leid, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte. Es erstaunte mich selbst, aber ich riet ihr dieses Lifting machen zu lassen, wenn sie sich denn sicher sei, dass sie dann glücklicher ist. Ich versuchte einfach mich in ihre Lage zu versetzen und ich glaube, dass ich mit so einem Gesicht auch furchtbar unglücklich wäre.
    Allerdings hast du Recht dieser zwangahfte Drang nach ewiger Jugend ist nicht schön anzusehen und die Augen verraten einen sowieso.

    viele liebe Grüße
    Rebecca

    März 1, 2016 at 4:38 pm Antworten
  • Edna Mo

    Huhu Kea,

    eigentlich ist es doch ganz einfach. Wer als Mensch interessant wirkt, wird von seiner Außenwelt eher gemocht.
    Wer nun mal keinen interessanten Charakter hat, kann eben nur durch sein Äußeres punkten.

    Eigentlich würde ich den Drang nach gutem Aussehen gar nicht so sehr der Angst vor dem Altern zuschreiben.
    Sondern eher dem Wunsch, kritiklos von seiner Außenwelt angenommen zu werden.
    Und wer der üblichen schlank-blond-sexy-Schablone entspricht, muss sich kaum mit Kritik auseinandersetzen.
    Ist eben die für westliche Länder geltende, allseits akzeptierte Matrix.

    Die Medien haben in den letzten Jahren enorm zugelegt, was das Thema „ältere Frau“ angeht. Zwar noch immer sehr
    verhalten im Vergleich zur schablonierten Frau. Aber es gibt sie, und es wird immer mehr über sie berichtet:
    Senioren-Models, Senioren-Designerinnen, Senioren-Künstlerinnen.
    Wohlgemerkt, wir reden von den exentrischen Ladies, die Zigarettenspitze rauchen, schlaue Sprüche klopfen und noch im Kartoffelsack gut aussehen.
    Die Durchschnitts-alte-Frau wird sicherlich niemals in den Fokus der Medien rücken.

    Ich finde diese Entwicklung spannend und freue mir einen Ast über aktuelle Berichterstattungen (heute z.b. bei Spiegel online).
    Eine wundervolle Inspirationsquelle ist und bleibt: http://advancedstyle.blogspot.de/

    Muss allerdings für mich sagen, dass ich nicht abschätzen kann, ob ich in 10 oder 15 Jahren selber noch
    einen Spaß an einer persönlichen Inszenierung haben werde.
    Alt werden ist scheiße, weil man nicht mehr jung sein kann.
    Ergänzend zum schlapp werdenden Körper kommt hinzu, dass einem auch viele langgehegten Werte flöten gehen.
    „Self-Expression“ gehört möglicherweise dazu.

    Der „Jugendwahn“ ist ein Begriff, den junge Leute im Bezug auf ältere Menschen anwenden.
    Ältere Leute benutzen den Begriff, bezogen auf sich oder ihre Altersgruppe, überhaupt nicht.
    Es wäre sehr spannend, wie ältere Menschen dieses Phänomen wahrnehmen, umschreiben würden, oder
    ob es überhaupt eine Relevanz hat.

    Insofern wäre es auch ein spannender Ansatz, nicht nur den young-and-healthy-Einheitslook der Medien auf den Kieker zu nehmen,
    sondern nach genau den interessanten Nischen-Berichterstattungen der Alten, Starken und Verrückten Ausschau zu halten und weiter zu streuen.

    Herzlichst grüßt dich

    Edna Mo

    Mai 9, 2016 at 11:50 am Antworten
  • Sabina @OceanblueStyle at Manderley

    Liebe Kea, das hast du sehr treffend beschrieben. Du kannst dir vorstellen, dass mich das Thema als Ü40 Bloggerin natürlich sehr beschäftigt. Und ein Grund dafür ist, wsrum Ü40 Modeblogs so enorm wichtig sind. Eeil sie eine Selbstermächtigung von Frauen darstellen. Wir warten nicht wie Cinderella darauf entdeckt zu werden. Wir entdecken uns selbst. In all unserer Vielfalt….LG Sabina

    Mai 20, 2016 at 5:40 pm Antworten
  • Paleica

    *

    Oktober 7, 2016 at 8:55 am Antworten

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